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  • Scissor Sisters
    20.12.2002 Scissor Sisters 20.12.2002

    Scissor Sisters

    Scissor Sisters

    20.12.2002

    Scissor Sisters

    Scissor Sisters

    Ihr Debüt "Scissor Sisters" mit den Hitsingles "Comfortably Numb", "Take Your Mama", "Mary", "Laura" und "Filthy Gorgeous" bescherte den Scissor Sisters 2004 einen fulminanten Durchbruch. In Großbritannien wurden die Fünf New Yorker, die für ihre ungewöhnlichen, fast musicalhaft anmutenden Live-Auftritte bekannt sind, mit neunfach Platin ausgezeichnet und waren damit die erfolgreichste der Band des Jahres auf der Insel.

    Gut zwei Jahre nach ihrem spektakulären Aufstieg setzen die Scissor Sisters nunmehr an, um mit einem Donnerschlag wieder in die Pop-Atmosphäre des Planeten Erde einzutauchen. Ihre unfassbar energiegeladene Single "I Don't Feel Like Dancin'" hat weltweit zum exakten Gegenteil der im Titel enthaltenen Ansage geführt und für eine Explosion sämtlicher Tanzflächen zwischen Brooklyn, Birmingham und Berlin gesorgt!

  • Crystal Castles
    08.04.2010 Crystal Castles 08.04.2010

    Crystal Castles

    Crystal Castles

    08.04.2010

    Crystal Castles

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  • Razorlight
    13.08.2004 Razorlight 13.08.2004

    Razorlight

    Razorlight

    13.08.2004

    Razorlight

    Razorlight

    Bereits 2004 haben Razorlight mit ihrem millionenfach verkauften Debütalbum "Up All Night" bewiesen, dass sie nicht nur in der Presse wie eine Bombe einschlagen, sondern auch dem letzten Hans und Franz eine Lektion in Sachen Talent und Ambition erteilen können. Genau dies stellten sie zwei Jahre später auch mit ihrem zweiten Werk "Razorlight" unter Beweis.

    Die erste Single "In The Morning" vereint die elementaren Persönlichkeiten, die Razorlight ausmachen. Johnny Borrell's Ambition für großes Songwriting wurde durch die Ankunft des "neuen" Drummers Andy Burrows noch mal auf eine höhere Stufe gestellt. Zusammen mit dem Bassisten Carl Dalemo und dem Gitaristen Björn Ågren, hat sich die Band über ihre Indie-Wurzeln hinaus entwickelt.

  • Mando Diao
    31.05.2005 Mando Diao 31.05.2005

    Mando Diao

    Mando Diao

    31.05.2005

    Mando Diao

    Mando Diao
  • The Killers
    16.06.2004 The Killers 16.06.2004

    The Killers

    The Killers

    16.06.2004

    The Killers

    The Killers
  • Snow Patrol
    09.09.2003 Snow Patrol 09.09.2003

    Snow Patrol

    Snow Patrol

    09.09.2003

    Snow Patrol

    Snow Patrol

    Snow Patrol haben bereits einmal bewiesen, was in ihnen steckt. Vor gut zwei Jahren wurde ihre unvergessene Hymne über Liebe und Verlangen, "Run", veröffentlicht und katapultierte das Album "Final Straw" auf Platz drei der Albumcharts. Nachdem sie zu jenem Zeitpunkt bereits zehn Jahre als Band existiert hatten, war es die Kombination von Selbstbewusstsein, harter Arbeit und ihrer mitreißenden Mixtur aus verzerrtem britischem Rock und US-Alternative Gitarren-Pop, die Snow Patrol an die Spitze brachte.

    Gary Lightbody, seines Zeichens Sänger und Chef-Songwriter von Snow Patrol ist überzeugt, dass sich das Publikum seiner Band fast so fühlt, als sei es mit der Band befreundet. Der Beweis für seine These ist das Album "Eyes Open" - denn es ist eine Ansammlung von Songs geworden, die sämtliche Versprechen des Vorgängers "Final Straw" einlöst und sogar übertrifft. Ohne Frage ist "Chasing Cars" der atemberaubendste Track des Albums, in dem zugleich auch der innere Geist von "Eyes Open" liegt. Vielleicht liegt das auch an der Botschaft dieses Songs, denn laut Lightbody ist es "das reinste und aufrichtigste Liebeslied", das er je geschrieben hat.

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Morissey Eyecatcher 2009

Bio

  • Morrissey | Morrissey 05.02.2009 | Morrissey Biografie 2008
    „Most Influential Artist Ever“

    Mehr als zwei Jahrzehnte sind vergangen, seit sich „The Smiths“ aufgelöst haben. Steven Patrick Morrissey nähert sich langsam, aber stetig seinem 50. Geburtstag und wurde mit seiner einstigen Band vom britischen Musikmagazin New Musical Express (NME) anno 2002 bereits zum „Most Influential Artist Ever“ gewählt, noch vor den Beatles, David Bowie und den Sex Pistols. So oder so ist der Sänger mit der elegisch sanfte Stimme und den zuweilen bitterbösen, häufig umstrittenen Texten eine schillernde Gestalt des internationalen Popzirkus, einer von denen, der sich nichts sagen lässt und gerade deshalb seinen Weg in die Herzen einer weltweiten Fangemeinde findet. Er ist einer der Unabhängigen, auch wenn er sich in die Gesellschaft einer großen Plattenfirma begibt. Ein Grund mehr, den Beginn einer Liaison zu feiern, die Morrissey und Decca zusammen geführt hat. Zum Einstand gibt es das erste wirkliche „Best-Of“-Album des Solo-Künstlers mit zwei brandneuen Songs, als Standard und Deluxe Edition, die zu den 15 Hits und dem exklusiven Booklet den faszinierenden Konzertmitschnitt „Live At The Hollywood Bowl 2007“ beilegt.

    Um Morrissey ranken sich Künstlermythen. Fest steht: Steven Patrick Morrissey wurde am 22. Mai 1959 in einem Vorort von Manchester als Spross irisch-katholischer Eltern geboren. Er war ein eigenwilliges Kind, ein Einzelgänger, der schon früh anfing, sich intensiv mit Musik und Literatur zu beschäftigen. Der Knabe sammelte Platten, trieb sich lieber auf Konzerten als auf dem Fußballplatz herum und wollte sogar eine Zeitlang Bibliothekar werden. Als Teenager beschloss er, inspiriert von seiner Mutter, Vegetarier zu werden – eine Überzeugung, die er später mit den „Smiths“ wirkungsvoll unter die Leute brachte („Meat Is Murder“, 1985). Er las ausgiebig Oscar Wilde, schlug sich mehr schlecht als recht auf der wegen ihrer damals archaischen pädagogischen Methoden unbeliebten St.Mary's Secondary Modern School in Stretford durch und begann schließlich seine musikalische Laufbahn zunächst als Aushilfssänger und Musikjournalist. Bis eines Tages der Gitarrist Johnny Marr vor seiner Tür stand und vorschlug, es mit einer eigenen Band zu versuchen.

    'The Smiths' waren auf Anhieb ein Erfolg. Marrs ausladende, melodiöse Gitarrenlinien und Morrisseys zwischen bitterer Larmoyanz und provokativem Optimismus pendelnder Gesang mit reichlich politischer Stellungnahme gegen die Selbstgenügsamkeiten des Establishments trafen den Nerv der sich im New Wave stilisierenden Intelligenzija der Punk-Bewegung. Fünf Jahre, vier Studio-Alben, drei Compilations und eine Live-Aufnahme später hatten sich 'The Smiths' nichts mehr zu sagen. Die Band löste sich 1987 auf. Morrissey zog zügig an seinen früheren Mitstreitern vorbei und brachte bereits 1988 sein erstes Solo-Album „Viva Hate“ heraus. Der Mann, der die britische Regierungschefin Margaret Thatcher schon mal aufs Schafott wünschte („Margaret On The Guillotine“) und sich in späteren Jahren deutlich gegen die Bushs und Blairs dieser Welt aussprach, der Mann, der gegen Disco Music und Band Aid genauso wetterte wie gegen den Kleingeist post-puritanischer Sexualität, der Lieder über soziale Außenseiter und Alltagslügen, gegen Kriege und für Tierrechte schrieb, entwickelte sich zu einer Galionsfigur des moderaten Widerstandes. Von der Presse lange Zeit mit zuverlässiger Hassliebe bedacht, lebte er zunächst in Dublin, dann bis 2005 am Sunset Boulevard in Los Angeles in Clark Gables Haus und wird seitdem bevorzugt in Rom gesichtet.

    Seiner Produktivität jedenfalls tut das intellektuelle Wanderleben keinen Abbruch. Morrissey gehört heute zu den wichtigsten Pop-Poeten der Gegenwart. Über die Jahre entstanden acht Studioalben und zwei Live-Aufnahmen, wobei vor allem „You Are The Quarry“ (2004) und „Ringleader Of The Tormentors“ (2006) nicht nur von der Fachpresse als Meisterwerke gefeiert wurden. Ein guter Zeitpunkt also, um ein vorläufiges Resümee zu ziehen. „Greatest Hits“ umspannt einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten, von Morrisseys erster Solo-Single „Suedehead“ (1988) bis zu „I Just Want To See The Boy Happy“ (2006) in fünfzehn Stationen. Zwei Lieder sind brandneu, „All You Need Is Me“ und die aktuelle Single „That's How People Grow Up“. Ein perfekter Querschnitt durch die Künstlerlaufbahn eines anspruchsvollen Unkonventionalisten, der für die Deluxe Edition noch um einen besonderen Bonus mit Vorgeschichte ergänzt wurde.

    Bereits 1992 hatte sich Morrissey zum ersten Mal in der berühmten Halle „Hollywood Bowl“ in Los Angeles angesagt und für einen Rekord gesorgt. Nach rund 22 Minuten waren damals alle 17.000 Tickets verkauft, schneller als es einst den „Beatles“ gelungen war, die Arena zu füllen. Am 8. Juni 2007 nun kehrte er zum Ort seines Triumphes zurück und schaffte es abermals, die Halle zu Begeisterungsstürmen hinzureißen. Acht Tracks dieser grandiosen Show sind als Bonus-Special der Deluxe-Edition beigelegt, eine besondere Rarität nicht nur für Sammler. Und noch etwas. Für den Herbst hat Morrissey ein komplett neues Album angekündigt. Bis dahin aber sind die „Greatest Hits“, die beiden aktuellen Lieder und die Deluxe-Aufnahmen als Quintessenz von Morrisseys Solo-Schaffen mehr als nur ein Platzhalter.
  • Morrissey | Morrissey 05.02.2009 | Biographie 2009
    Morrissey - "Years Of Refusal" (VÖ: 13.02.2009)

    Du sitzt in einem Raum mit Morrissey und irgendeiner anderen Person, die möglicherweise zugegen ist, um dem Gespräch etwas mehr Schwung zu verleihen, als das vielleicht der Fall wäre, wenn du mit Morrissey allein wärst. Ist diese Person vielleicht sein einziger Freund? Derartige Gedanken drängen sich einem auf, wenn man dem schalkhaft-zurückgezogenen Morrissey gegenübersitzt, der mit großem Genuss und einer Portion Groll unzählige Gerüchte über das eigene Leben und seine Karriere zugelassen hat oder zumindest hilflos dabei zusah, wie ihm die Leute einen Skandal nach dem anderen unterjubelten, ihn anschwärzten oder sich über ihn empörten, was schließlich dazu führte, dass wir alles, was sich mit einem Hauch von Gewissheit über ihn sagen lässt, aus seinen Songs – die jedoch viel zu viel preisgeben, um als glaubwürdige Quellen gelten zu können – oder seinem überspannt gezeichneten Bild in der Öffentlichkeit entnehmen müssen, das ihn sehr viel eher wie ein erhabenes Monster erscheinen lässt – womöglich eins mit irgendeiner grotesken anatomischen Missbildung –, als er das, um ehrlich zu sein, in Wirklichkeit ist.
    Kein Buch, geschweige denn eine mickrige Broschüre wie diese, ist dick genug, um das zum Ausdruck zu bringen, was man wirklich über Morrissey berichten muss. Aber sagen wir mal, dass er nicht mit seiner Musik gleichzusetzen ist, und dass seine Persönlichkeit nicht seinem öffentlichen Image entspricht, obwohl beides sicherlich Quellen sind, aus denen sich erste Hinweise zu seiner reumütigen, zugeknöpften und gepeinigten Persönlichkeit entnehmen lassen, schließlich können wir immerhin sagen, dass wir es hier mit einem Menschen zu tun haben, der sich derartige Songs ausdenkt, für die er immer wieder auf den Prüfstand gestellt wird, und das, obgleich er die besagten Songs und den Wirbel, den sie auslösen, dazu benutzt, den Rest der Welt auf Abstand zu halten und sich dahinter zu verstecken, geradeso wie er sich in ihnen präsentiert. Er ist nicht, was er zu sein scheint. Er ist eine viel gewöhnlichere und zugleich viel rätselhaftere Person.
    Also ist diese andere Person, die mit uns im Raum ist, irgendjemand, dem er besonders nahe steht – wenn auch nicht nah genug, um dieses Gefühl der Zuneigung öffentlich zu zeigen? Oder hat er diese Leute gerade erst getroffen und sie dazu eingeladen, ein paar Tage mit ihm zu verbringen; haben sie vielleicht irgendeinen Preis und damit Einlass in sein Leben gewonnen, Zugang zu jenen Momenten, wenn er einfach nur isst, trinkt, sich rasiert und nur für sich lebt, wenn er also gewissermaßen nicht derjenige Morrissey ist, den wir durch seine Musik und die Gerüchteküche kennen gelernt haben, sondern der Morrissey, den nur er kennt, auf den die Plattencover seiner Alben stets hingedeutet und zugleich davon abgelenkt haben, indem sie zwar einerseits Schlüsse über seine Belange zuließen, aber doch größtenteils den Blick auf seine Person verstellten?
    Diese Person könnte nun deshalb anwesend sein, um einen von euch – oder gleich beide – kurzerhand zu ermorden, falls unpassende Worte fallen oder falsche Bewegungen gemacht werden sollten. Morrissey macht auffallend oft so ein Gesicht, das den Anschein erweckt, er warte darauf, dass der Vorhang für ihn gleich zum letzten Mal fällt, wobei die Person, die an seiner Seite sitzt, für ein derartiges Szenario verantwortlich wäre, die wiederum konstant ein Gesicht macht, als ob sie beide noch einen überraschenden Trumpf im Ärmel hätten. Ein Gesichtsausdruck übrigens, der sich von seinem unterscheidet, wenn auch nur geringfügig, denn seine Miene lässt vermuten, dass er sich gerade über einen Insiderwitz amüsiert, einen Witz, den er sich seit über 30 Jahren erzählt und der langsam aber sicher in eine ganz außergewöhnliche Pointe mündet.
    Man könnte sagen, dass seine früheren Songs – sowohl die mit The Smiths, als auch diejenigen, die auf eigene, ungezogene Faust entstanden sind –, naturgemäß zu den Stücken, die auf seinem neuen Album versammelt sind, geführt haben; dass sie sich indirekt oder auch ganz offen auf diesen Witz und die Zeit beziehen, die ins Land gehen musste, bis der Scherz zum Abschluss kommen konnte.
    Die Songs beziehen sich indirekt oder auch ganz unverblümt auf viele andere Dinge, obwohl die konkrete Frage, was diese Dinge denn nun eigentlich sein könnten, zu einer leicht brenzligen Situation führen könnte, wenn du mit Morrissey in einem Raum sitzt. Zumindest wenn man nicht vorhat, einen klassisch-seltsamen Seufzer à la Morrissey auszulösen, der bekanntermaßen ein stattlicher Seufzer der Ungeduld sein wird, wobei auch Nachsicht in diesem Laut mitschwingt und fast schon eine Art von Gefallen, während sein Herz für einen kurzen Moment aussetzt, obwohl es natürlich trotzdem noch schlägt, und zwar daran, dass du noch immer, nach all den Jahren, so sehr an seinen Songs, den erhabenen und zugleich vertraulichen klanglichen Wegen, die er einschlägt, und seinen Texten interessiert bist, die gewissermaßen von der Angst vor der Vergänglichkeit handeln, von den tragischen Grenzen, die jedem Leben gesetzt sind; davon, wie sich das Liebesglück einer neuen Liaison gemeinhin als eine weitere Enttäuschung entpuppt; wie alle, die auf dieser Erde wandeln, versuchen, etwas Magisches hervorzubringen, das ihnen das Leben erleichtert; und wie er das einsame Schicksal aller Menschen in ein ganz besonderes, trübes Licht rücken kann.
    Du könntest erwähnen, dass seine Songs derartige Gefühle bei dir auslösen, und er wird dann die Augen verdrehen und das Thema wechseln und dir in Wirklichkeit kein Wort glauben – es gibt da dieses Gesicht, das er macht, wenn du etwas Schmeichelhaftes und vielleicht schlichtweg Unzutreffendes von dir gibst –, und vielleicht wird er dir die Vorzüge der Besetzung der britischen Sitcom „On The Buses“, ausgestrahlt in den frühen Siebzigern, darlegen, ohne dabei zwangsläufig sein Verlangen nach Ernsthaftigkeit zu vernachlässigen, und dir eine Frage zu deiner Vergangenheit stellen, einfach nur, um sein Gedächtnis zu testen, das vielleicht noch immer so aufgeweckt ist wie eh und je; denn in seinen Songs blitzt es ohne Zweifel noch immer auf, genauso geistreich und sogar ein bisschen böse, nach wie vor in der Lage, jedes Detail mit vorzüglicher, aufblühender Präzision zu wählen und auszudrücken.
    Wenn du ihn fragst, wie das neue Album zu seinem Titel („Years Of Refusal“ nämlich) gekommen ist, und warum er auf dem Cover ein Baby trägt, nachdem er in der Vergangenheit mit einer Geige und einem Maschinengewehr auf seinen Alben zu sehen war – schließlich wollen die Leute Antworten auf zentrale Fragen wie diese hören, sonst läuft man Gefahr, dass noch mehr Gerüchte in die Welt gesetzt werden und sich in den gefräßigen und fahrigen Untiefen des Internet ausbreiten –, verwandelt sich sein Seufzer fast schon in waschechte Verärgerung. Wenn du nun ganz hart am stürmischen Wind segelst und die heiklen Situationen zur Sprache bringst, in die er sich manövriert, wenn er vom sagenhaften „alten England“ spricht, von dessen Verschwinden und/oder dem kulturellen Wandel und Ausverkauf; wenn er ketzerisch mit der Flagge flirtet und wenn ihm mit der Verbannung aus der Entertainment-Szene gedroht wird, dann werden der Seufzer und die Unbehaglichkeit dieser ganzen Situation grenzenlos sein.
    Nichts geht über einen Aufenthalt in einem Raum mit Morrissey und einer anderen Person, wenn die Lage etwas angespannt und misslich wird. In gewisser Hinsicht ist die peinliche Stille, die dann eintritt, das exakte Gegenteil von seinen grandiosen, halluzinogenen Melodien, unterfüttert mit lebenspendender Euphorie, die letzten Endes die Antworten auf sämtliche Fragen beinhalten, die wir über den Titel, das Baby und darüber, für wen er sich eigentlich hält, haben könnten. „Ich möchte, dass der Zuhörer oder die Zuhörerin all diese Dinge für sich selbst entdeckt. Ich will hier nicht erklären, wie alles dazu gekommen ist. Ich will nicht dazu gezwungen sein, dieselben Dinge immer wieder sagen und erklären zu müssen, warum ich eine Sache getan oder nicht getan habe. Mir ist bei einem Interview nur wichtig, dass etwas gesagt wird, das anders ist. Ich will, dass die Leute etwas anderes sagen. Ich habe keine Lust, ständig dieselbe Antwort zu hören.“
    Erwähnt man daraufhin, dass eine derartige Aussage ihn eventuell als recht fahlen Gesprächspartner in Interviews erscheinen lässt, zu denen er sich immerhin freiwillig bereit erklärt, blitzt in seinem Gesicht sogleich ein Ausdruck auf, in dem gleichermaßen Verachtung, Charme und sanfte, sehr sanfte Verzweiflung mitschwingen. Diese Miene mündet wiederum in einen mürrischen Gesichtsausdruck, der entsteht, wenn man einwirft, dass er als Entertainer fast schon die Pflicht hat, zu erklären, was er da eigentlich tut, und er gewisse kreative Aspekte durchaus etwas zuvorkommender beleuchten könnte...
    „Wem gegenüber? Ich bin niemandem gegenüber zu etwas verpflichtet. Überhaupt nicht. Mir gegenüber, ja. Aber sonst bin ich niemandem eine Erklärung schuldig.“
    Dann gibt es da noch den Gesichtsausdruck, der sich abzeichnet, wenn er gerade „irgendjemand muss meine Rolle übernehmen“ sagen will, ein Ausdruck, aus dem man recht deutlich entnehmen kann, dass er erfreut, erschrocken und verärgert darüber ist, dass zufällig gerade er dieser gewisse Jemand ist. Und dann wäre da natürlich auch noch das vergnügt-verdammte und einfach nur herrliche Alte-Schule-Gesicht, das er aufsetzt, wenn er wie so oft erklärt, dass „[er] keine andere Wahl hatte.“ Es gibt eine Reihe von Dingen, bei denen ihm scheinbar keine andere Wahl blieb, und zu diesen zählen unter anderem:
    1. in seiner Haut zu stecken, in seinen Gewohnheiten festgefahren und permanent rastlos zu sein.
    2. ein Sänger zu werden, denn im Endeffekt ist er nur das: ein Sänger, der schreibt und seine Aufzeichnungen daraufhin gesanglich zum Besten gibt, zwischen Verzückung und Klagelied oszillierend, wobei er gewisse existentielle Fragen dramatisiert und sie als ein Fan von Sängern wie Billy Fury, David Johansen, Jobriath und Howard Devoto artikuliert. Was im Übrigen ausnahmslos angenehm gestörte Sänger sind, deren Stücke von Liebe, Schlaflosigkeit, Gerechtigkeit, Strafe, Familiendramen, schwierigen Aufgaben, verdorbenen Leidenschaften und dem Gefühl, sich in der Mitte eines gewaltigen schwarzen Ozeans zu befinden, handeln, und die diese Themen mit jeder Menge Enthusiasmus präsentieren. Er ist einer von ihnen, weil er einer von ihnen sein wollte. „Schon als ganz kleiner Junge habe ich die ganze Zeit gesungen. Ich sang die Top-30 rauf und runter. Ich wusste immer, was gerade in den Charts war. Ich stand dann meistens auf dem Küchentisch und sang einfach drauflos. Irgendwann wurde aus dem Küchentisch eine richtige Bühne. Und dann begeisterte mich zunehmend die Tatsache, dass ein Sänger etwas Trauriges oder Grausames auf eine Art in seinen Songs verpacken kann, dass die Zuhörer davon einfach nur hypnotisiert sind.“
    3. die gnadenlos verletzliche Stimme von The Smiths zu werden, nachdem er die Jahre davor extrem zurückgezogen mit seinen LPs verbracht und derweil Herrenlosigkeit, Verbannung, Entsetzen, Langeweile, die Tücken der Provinz, den Horror der Jugend, harte Vergeltungsschläge, erniedrigende Misserfolge, wahnsinnige Grausamkeiten, trotzige Wutausbrüche und den schmerzhaften Zerfall von traditionellen Werten in und um die merkwürdige und inzwischen verlorene Stadt Manchester am eigenen Leib erfahren hatte, denn so standen die Dinge nun mal in den Siebzigern. Von dieser greifbaren und zugleich imaginären Landschaft, die zu jener Zeit entstand und sich in den Siebzigern manifestierte, besessen, wobei er direkte und metaphysische Bezüge zu den vorangegangen Jahren herstellte, ja bis ins Jahr 1959, dem Jahr seiner Geburt, verwandelte er diese Obsession schließlich in eine Art klangliches Fantasiegebilde, das davon handelte, wie sich ein sensibles und aufgewecktes Kind mit depressiven und aggressiven Anlagen, das in popkulturelle Entwicklungen vernarrt war, zu einer Art von Popstar entwickeln konnte, die er zuvor selbst abgefeiert und in gewisser Hinsicht sogar als Stalker verfolgt hatte.
    4. noch immer Songs zu schreiben und sie gewissenhaft zu performen, obwohl die Welt mit jedem Tag, der vergeht, mehr unter der Last der einförmigen Popmusik sämtlicher Dekaden zu leiden hat, das Pop-Wirrwarr stetig wächst, und obwohl er sich natürlich mit seinen frühen Aufnahmen mit The Smiths messen lassen muss, die manche Menschen immerhin so sehr lieben, dass sie ihn schlichtweg hassen, weil er nicht denselben Sound immer und immer und immer wieder abliefert – als ob das möglich wäre – und er ihnen womöglich die ersehnten The-Smiths-Nachfolgersongs aus reiner Gehässigkeit vorenthält.
    Dazu kommt, dass er sich inzwischen auch mit seinen späteren Aufnahmen als Solokünstler messen lassen muss. Es gibt diejenigen, die ihm vorwerfen, dass seine Solostücke nicht so lange nachklingen wie die The-Smiths-Songs, und dann gibt es welche, die meinen, man könne seine Solokarriere in Erfolge und Fehlschläge einteilen, in Aufstieg und Niedergang, und dass er manchmal in Form sei, während es auch Zeiten gäbe, in denen das nicht der Fall sei. Derartige Ansichten verkennen natürlich die Arbeitsweise, die jemand wie Morrissey an den Tag legt. Er muss sich weiterentwickeln, was sonderbar klingt, wenn man bedenkt, dass er sich so sehr darauf festgelegt hat, vergangene Welten aus seiner Perspektive zu beschreiben und heraufzubeschwören. Er muss sich weiterentwickeln, seine Songs an die Stelle seiner Person treten lassen, denn nur so kann er unsterblich werden, ohne dabei abzustumpfen.
    Erst einmal muss er die Tage, in denen er bei The Smiths als Sänger aktiv war und einen knallharten Katalog früher psychologischer Wunden verfasste, hinter sich lassen; eine Phase, die ihm einerseits seine späteren Freiheiten bescherte, während sie ihn zugleich in ein Gefängnis der Erwartungen sperrte, und heute muss er sich jedes Mal weiterentwickeln, wenn er im Alleingang ein Album veröffentlicht. Auch wenn er sich stets schon im Vorfeld in seinen klassisch ausgerichteten Kopf setzt, wie die Songs klingen sollen – sie sollen ihn und uns nämlich an die Songs erinnern, die er bereits mochte, als er noch nicht selbst als Musiker aktiv war –, und die Stücke mit Sicherheit gewisse wiederkehrende und lindernde Muster beinhalten werden, wird es niemals vorkommen, dass er sich auch nur ansatzweise wiederholt. Manche Songs werden tiefgründiger, süßer, ekelhafter oder einsichtiger als andere klingen, manche nicht ganz so bestimmt und schön, manche nicht so extrem undurchsichtig, manche prägnanter, selbstbewusster und glanzvoller denn je, doch im Grunde genommen macht er einfach weiter, nicht indem er neue mit alten Stücken vergleicht, wie Kritiker und Fans das tun, sondern einfach – dabei ist das streng genommen gar nicht so einfach –, indem er Songs schreibt, die seinen gegenwärtigen Gefühlszustand widerspiegeln.
    Diese Songs beziehen sich auf die Tatsache, dass er bereits besondere, verzweifelt empfindliche Songs über seine Gefühlslagen in den Siebzigern, Achtzigern und Neunzigern geschrieben hat, während seiner Teenager-Jahre also, den Zwanzigern, Dreißigern und Vierzigern. Der Mensch, der diese Songs in den Achtzigern geschrieben hat, schreibt diese neuen Stücke nun 20, 25 Jahre später, und offensichtlich ist er noch derselbe, aber doch ein anderer, und zwar genau aus dem Grund, dass er diese besagten Achtziger-Songs bereits geschrieben und sich dazu entschieden hat, weiterzumachen. Oder aber es blieb ihm keine andere Wahl. Es wäre besonders rüpelhaft, irgendein neues Werk von ihm nur aus dem Grund zu verwerfen, weil offensichtlich nicht das jähe Verlangen und überhaupt die Dringlichkeit eines x-beliebigen älteren Stückes darin zum Ausdruck kommen. Es wäre extrem voreingenommen – obwohl man, was Morrissey betrifft, derartige Diffamierungen gewohnt ist –, zu dem Schluss zu kommen, dass Morrissey, weil er früher mal so ungemein ausdrucksstark war, nun doch bitte die Klappe halten, abdanken, sich ein für alle Mal zurückziehen, oder, um es mit seinen eigenen Worten zu sagen, „gehen und in Cheadle Hulme leben“ sollte, einem Randbezirk von Manchester.
    Denn ungeachtet der Leute, die meinen, dass er mit der Zeit kraftloser geworden, seinen zentralen Gegenstand aus den Augen verloren hat oder einfach nur berechenbar worden ist, besitzt er nach wie vor dieselbe eigenständige, aus unerklärlichen Quellen schöpfende, selbst erschaffene und trotz aller Hindernisse bewahrte Energie.
    Ein neues Werk ist jedes Mal so faszinierend wie die gefeierten The-Smiths-Alben und seine favorisierten Solowerke, denn es entspringt aus dem jeweiligen Alter und den Orten, an denen sich der beschämte und beschämend einzigartige Songschreiber gerade befindet und dort die komplexe Bürde seines Ansehens und die Scherereien um seine musikalische Hinterlassenschaft aushält. Vielleicht wollte er ursprünglich die Gunst der Leute, doch was er bekam, war Aufmerksamkeit. Mit jedem einzelnen Album, jedem einzelnen Song, jeder Zeile und jeder Dämmerung präsentiert er neue Kapitel eines Fortsetzungstheaterstücks, zeichnet eine Welt, die aus Worten besteht, die unendliche Komödie und Tragödie eines Lebens, wobei Verlust und Reue und Sehnsucht und Elend die Geschichte vorantreiben, und eines Tages werden all diese Puzzleteile ein schlüssiges Ganzes ergeben, und alles, was er jemals geschrieben hat, wird in diesem endgültigen, in lebenslanger, abgeschiedener Arbeit erstellten Modell von Bedeutung sein.
    Nebenbei bemerkt verdient die Sprache des neuen Albums ein besonderes Kompliment: Seine Texte werden schnörkelloser, zumindest fürs Erste; sie sind erfrischend aufschlussreich, als ob er sich jetzt, wo er schon so weit in Leben und Schaffenswerk fortgeschritten ist, dazu entschieden hätte, einfach weiterzumachen und über alles hinwegzugehen, das er zwar vermutlich sagen könnte, momentan aber nicht den Drang dazu verspürt.
    5. zu denken, das Leben sei kurz und voller Leid, dabei liebt er es mehr als man es jemals erfahren wird, und er kehrt das Wesen seiner überwältigend lausigen Existenz in Songs nach außen, gestrickt aus einer Überfülle von Verbalverzierungen und eindrucksvollen Details, in denen sich die beunruhigende Ungereimtheit, die gedämpfte Disharmonie, die beim Menschsein immer mitschwingt, widerspiegelt.
    Dann kannst du den fast schon milden Gesichtsausdruck von Morrissey erkennen, der die Worte „Ich trage sehr viel Liebe in mir“ begleitet, die er gerne mal einstreut, damit er wiederum das Gesicht sehen kann, das du im Gegenzug machst, als ob du es schlichtweg nicht fassen könntest, dass Morrissey tatsächlich ein derartiges Statement von sich gegeben hat. Das aufrichtige, vielleicht etwas gequälte Gesicht, in das du blickst, wenn er dann hervorhebt, dass er „schließlich niemanden verletzen [will]“, wird dir besonders gefallen, obwohl du diese Behauptung sofort anfechten kannst indem du dir laut die Frage stellst, warum er dann manchmal so wahnsinnig defensiv wirkt. Als nächstes wäre da das Gesicht, das er macht, wenn du in eben dieses Antlitz sagst – oftmals sagt man derartige Dinge, weil er so frustriert darüber zu sein scheint, dass sein Talent, dieses unverzichtbare und vielschichtige Etwas, obwohl ja eigentlich eher gelobt als verachtet, doch irgendwie unterschätzt wird –, wie es sein kann, dass das Leben in seinen Songs im Grunde genommen immer nur als Einöde dargestellt wird, als eine immer wieder verlängerte Verbannung aus der Gegenwart, eine sich pausenlos bewegende Folge von wunderschönen Trugbildern, die nur ein Genie der Schilderung festhalten kann. Solche Schmeichelei kann einen Anflug von Selbstzerfleischung bei ihm auslösen, oder sie kann die Frustration in ihm wecken, die auf dem Gefühl basiert, dass er als selbstverständlich betrachtet wird und dass niemand – nun, oder zumindest nur sehr wenige, und das sind höchstwahrscheinlich die Wenigen, die er schon kannte, als er offiziell noch in Nordengland lebte – ihn oder das volle Ausmaß seiner einzigartigen Vorstellungskraft oder die essentielle Unschuld seines intellektuellen Insiderwitzes wirklich versteht.
    Nachdem du mit Morrissey in einem Raum warst, und die andere Person, die vielleicht nur da war, um an den richtigen Stellen einen Lacher von sich zu geben, denn manchmal ist es schwer zu sagen, ob Morrissey nun gerade lustig ist oder, nun ja, einfach nur pervers, wird etwas anderes gleich im Anschluss passieren.
    Es hängt von deinem Standort ab, was das sein könnte. Befindest du dich vielleicht gerade in einem prächtigen Anwesen in Los Angeles, das einst Berry Gordy Jr. gehörte, am Höhepunkt irgendeiner Showbusiness-Verrücktheit, die vielleicht schon einen ersten Hinweis auf die Art der Pointe von Morrisseys Privatwitz darstellt? Vielleicht findet das alles nach einem Gig in Blackburn oder Llandudno, Paris oder Rom statt, wenn er ein paar eingeschüchterte Bewunderer misstrauisch trifft und sich mit ihnen unterhält, wobei seine Gedanken eigentlich woanders sind; vielleicht ist das ein anderer Teil der Pointe? Vielleicht in einer x-beliebigen vornehmen Hotelsuite, die locker als der einsamste Ort der Welt durchgeht?
    Nachdem du in dem besagten Raum warst, und sagen wir einfach: das Treffen fand im Zentrum von London statt, passiert etwas anderes gleich im Anschluss. Morrissey hat nämlich Hunger, richtig Kohldampf, also zieht er los und macht sich auf die Suche nach einem Welsh Rarebit, einer Art überbackenem Toast. Da ist er auch schon, er rennt geradezu über den Piccadilly Circus, ihm läuft die Zeit davon, er läuft vor sich selbst weg, ein wahrhaft stattliches Bild von einem Entertainer ist das, einer, der viel auf dem Herzen hat, was es zum Teil schwierig macht, mit ihm Schritt zu halten. Er entscheidet sich gegen Fortnum & Mason, nicht etwa, weil es so weit weg von der verwahrlosten Bude gelegen ist, in der er in den Siebzigern gehaust hat, sondern weil sein Herz an einem besonders reizenden Luxus-Café hängt, in dem er sich sicher fühlt, weil die Chancen, dass ihn dort jemand erkennen könnte, sind gleich null. Keiner da, der ihn fragen könnte, wann The Smiths denn endlich ihr Comeback feiern, wann sie wieder in alter Form, bester Dinge und wahnsinnig sentimental zu sehen und zu hören sein werden, insofern gibt es auch keinen Grund für ihn, diese befremdend aufgespießte Miene hervorzukramen. Er stellt sich geduldig hinter emsigen Touristen und bejahrten Ladys in die Schlange und wartet auf einen Tisch, was an sich schon ein bemerkenswertes Spektakel darstellt. Du fragst, ob du ihm vielleicht beim Mittagessen Gesellschaft leisten könntest. Steht ihm der Sinn überhaupt nach Gesellschaft? Will er vielleicht doch lieber in Ruhe gelassen werden?
    Kurze Pause. Ein Gesichtsausdruck, der auf einen drohenden Anfall bekannter Höllenqualen hindeutet. Ein leicht genervter Seufzer, der ebenso gut als ein Aufbäumen gegen Schmerz und Tod durchgehen könnte.
    „Oh, das ist eine lange Geschichte...“

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